Vier Kolping-Tage in Prag

Vom 03.-06. Oktober 2019 verbrachten 16 junge Erwachsene der Kolpingjugend DV Bamberg ein verlängertes Wochenende in Prag. Dabei stand neben einem Kennenlernen der „goldenen Stadt“ und ihrer Geschichte vor allem der Austausch mit jungen Erwachsenen der Kolpingsfamilie Prag im Vordergrund. Inhaltlich beschäftigten sich die Teilnehmer der deutsch-tschechischen Jugendbegegnung unter anderem mit der samtenen Revolution im Jahr 1989.

Im Umfeld dieser Revolution von 1989 war auch Pavel Jajtner politisch aktiv, den die jungen Erwachsenen aus Deutschland und Tschechien im Rahmen eines Austausches mit der Kolpingfamilie Prag kennenlernten. Pavel Jajtner war Gründungspräsident des tschechischen Kolpingwerks, 1992 für kurze Zeit Abgeordneter im tschechoslowakischen Parlament und vertrat später die Tschechische Republik als Botschafter u.a. im Vatikan. Außerdem stellte Jana Zemanova der Gruppe die Aufgaben des Kolpinghauses Prags vor, das sie vor über 20 Jahren gründete. Das Kolpinghaus bietet als Frauenhaus überwiegend Müttern mit Kindern Schutz und Unterstützung, hilft Familien in Krisen und unterstützt deren soziale Integration. Abschließend berichtete auch Sven Messing, Vorstandsmitglied der Kolpingjugend Europa und ehemaliger Diözesanleiter der Kolpingjugend DV Bamberg, über verschiedene Jugendprojekte.

Außerdem erkundeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendbegegnung, die von Johanna Gärtner, Sebastian Höhn, Beate Stutzmann, Johannes Mayer und Sven Messing geleitet wurde, Prag bei einer Free-Walking-Tour am Tag und einer Gruseltour bei Nacht. Prag wurde der Legende nach gegründet, nachdem die slawische Prinzessin Libue im 7. Jahrhundert die Vision hatte, dass an dieser Stelle eine große, ruhmreiche Stadt entstehen würde. Später begannen verschiedene kriegerische Auseinandersetzungen damit, dass wichtige Persönlichkeiten in Prag aus Fenstern gestoßen wurden, wie die Hussitenkriege 1419 (erster Prager Fenstersturz) und der Dreißigjährige Krieg 1618 (zweiter Prager Fenstersturz). Nachdem die jungen Erwachsenen diese und andere geschichtliche Hintergründe in den geführten Touren erfahren hatten, machten sie sich in Kleingruppen auf Entdeckungstour. Neben dem jüdischen Viertel und der Prager Burg zeigten ihnen ihre tschechischen Freunde auch weniger bekannte Orte wie das Kloster Strahov und den Petřín Berg. Der Besuch des Gartens der Deutschen Botschaft, in dem sich im Herbst 1989 rund 4.000 Flüchtlinge aus der DDR versammelten, bevor ihnen Hans-Dietrich Genscher die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland verkündete, rundete die Begegnung schließlich inhaltlich ab.

Wir danken dem Deutsch-Tschechischen-Zukunftsfonds, der Erzdiözese Bamberg und der Kolpingfamilie Bayreuth für ihre finanzielle Unterstützung!

10.10.2019
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